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Klassische Musik und Oper von Classissima

Mariss Jansons

Donnerstag 21. September 2017


Crescendo

7. September

Mariss Jansons unendlicher Kosmos

Crescendocrescendo: Herr Jansons, gemeinsam mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nehmen Sie gerade einen Mahler-Zyklus auf. Mahlers Musik holt den Klang der Welt ins Orchester. Gleichzeitig verweist er auf etwas Größeres: die Liebe, den Tod, die Ewigkeit. Ist Mahler uns mit seinen Klängen zwischen Himmel und Hölle in dieser wirren Welt besonders nahe? Mariss Jansons: Ich bin kein Freund davon, Musik in Moden oder in der Kategorie von Aktualität zu messen. Der unendliche Kosmos, den Mahlers Musik eröffnet, ist, glaube ich, zu jeder Zeit aktuell. Er verweist auch weniger auf das Gegenwärtige als viel mehr auf etwas, das uns die Welt als komplexes Gebilde verstehen lässt. Mahler stellt sehr viele Fragen, und wenn man seine Musik anschaut, wird schnell deutlich, dass er viele Antworten selber nicht kannte. Die Musik ist oft gar nicht für das Konkrete bestimmt. Sie ist ein Mittel des Ausdrucks, an dessen Ende durchaus die Offenheit stehen darf. Das ist vielleicht ein Grund, warum jemand wie Mahler die Musik genutzt hat: Sie sucht jenseits der Worte und der Parallelen zum aktuellen Tagesgeschehen nach einem tieferen Sinn unseres Daseins. Wenn Sie glauben, dass Mahler auf viele Fragen keine Antworten hatte, dass das Unbewusste einen großen Anteil am Vorgang des Komponierens hat, ist es dann Ihre Aufgabe als Dirigent und Interpret dennoch, Antworten in dieser Musik zu finden? Ich glaube, dass es erst einmal darum geht, die Fragen eines Komponisten möglichst genau zu formulieren. Denn die sind ja schon sehr groß: Gibt es ein Leben nach dem Leben? In der Zweiten Sinfonie ist Mahlers Antwort da ziemlich eindeutig: Er lässt uns hören, dass es irgendwo einen Himmel gibt, in dem es wunderschön sein muss. Aber schauen Sie auf die Neunte Sinfonie, da sieht die Sache schon ganz anders aus. Dort beschreibt Mahler ziemlich klar, dass es so etwas wie den vollkommenen Tod durchaus geben könnte. Wenn wir das verstehen, wissen wir, dass ein Großteil der Musik selber eine Art Glaubensfrage ist. Die einen glauben an Gott und das ewige Leben, die anderen nicht. Allgemeingültige Antworten werden Sie nicht finden, mit viel Glück und Arbeit aber ein Gefühl des Verstehens. Es geht also nicht um die konkrete Antwort, sondern um das Gefühl? Was für ein Gefühl ist das, können Sie das beschreiben? Ich glaube, dass die Musik uns oft gar nicht auffordert, konkrete Antworten zu finden. Musik funktioniert nicht nach dem Prinzip der Sprache oder einer Matheaufgabe, an deren Ende ein unumstößliches Ergebnis steht. Wir kennen doch alle diese Gefühle, in denen wir meinen, die Welt oder die Liebe zu verstehen, oder in denen wir an beidem zweifeln. Aber wir können diesem Gefühl in dem Moment, in dem wir es spüren, oft keine konkreten Worte geben – was bleibt, ist eine unaussprechliche Atmosphäre. Und darum geht es vielleicht auch in der Musik. Wir müssen uns voll und ganz auf das einlassen, was vor uns liegt, darauf, dem Komponisten auf eine für uns ernsthafte Weise gerecht zu werden. Diese Herausforderung muss am Anfang aller Interpretation stehen. Dann geht es darum, einer Energie Lauf zu lassen, die bereits in den Noten angelegt ist. Dafür wiederum ist es wichtig, sich intensiv mit dem Komponisten, seinen Partituren und seinem Leben auseinanderzusetzen. Und wenn man all das getan hat, beantworten sich die Fragen, die ein Komponist wie Mahler oft intuitiv gestellt hat, innerhalb der Musik und ihrer Mittel vielleicht ebenfalls so intuitiv. Sie meinen, dass die Gegenwart, in der wir leben, keinen direkten Einfluss auf unsere Interpretationen hat? Meiner Meinung nach wird die Rolle unserer Zeit für die Interpretation von Musik gemeinhin überschätzt. Wie kommt es dann, dass Mahler unter Bruno Walter oder Leonard Bernstein ganz anders klang als bei Ihnen? Natürlich gibt es unterschiedliche Interpretationen. Aber ich glaube nicht, dass es viel mit der Gegenwart der jeweiligen Künstler und Musiker zu tun hat. Es geht eher darum, mit welchen individuellen Fragestellungen und mit welcher persönlichen Sicht man einem Werk begegnet. Der viel größere Wandel, der stattfindet, ist der Wandel der eigenen Persönlichkeit – er ist viel einflussreicher auf das Musizieren als der Wandel der Welt. Kann man den Wandel der Persönlichkeit vom Wandel der Welt trennen? Macht es einen Menschen nicht aus, wenn er – so wie Sie – in einem Versteck zur Welt gebracht wurde, weil Ihr Vater und Ihr Onkel im Rigaer Ghetto umgekommen sind? Ich gebe Ihnen zum Teil recht: Natürlich hat die Zeit auch einen Einfluss auf unsere Empfindsamkeit und unsere Art, die Dinge zu sehen. Vielleicht unterschätzen wir diesen Einfluss zuweilen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass ein Mensch seine Meinungen innerhalb eines Lebens nicht grundlegend ändert. Er entwickelt sich, er lernt, er mildert einiges ab, verschärft anderes – aber die äußeren Einflüsse sind nicht so groß, dass sie die innere Welt grundlegend verändern. Beim Musizieren kann es ja auch einfach darum gehen, als Individuum in die Musik an sich abzutauchen, in eine Welt, in der unsere reale Welt immer kleiner und das, was uns innerlich ausmacht, größer wird. Es ist ein Erlebnis, immer tiefer in diese Welt hinabzusteigen, um dem, was ein Komponist in seinen Partituren angelegt hat, nahezukommen. Als Individuum mitten in dieser Musik zu stehen und seine intuitiven Schlüsse aus ihr zu ziehen – das ist für mich die Herausforderung der Musik. Natürlich gibt es auch Musiker, die das anders sehen, die sich allein von der Gegenwart, von einer Mode oder vom Gedanken, etwas besonders neu oder revolutionär zu machen, leiten lassen. Aber ich glaube, dass diese Interpretationen nur selten ihre Zeit überdauern. Wenn Sie sagen, dass sich der Blick auf die Musik während eines Lebens ändert – wie würden Sie diese Änderungen bei sich beschreiben? Natürlich habe ich Mahler in den 1990er-Jahren anders interpretiert als heute. Es ist doch klar, dass man als junger Mann anders denkt, vielleicht mehr will, aber noch nicht wirklich so viel weiß. Viele sagen, Alter hätte den Vorteil, dass man entspannter wird. Das ist für mich ein unwesentlicher Faktor. Natürlich hat man mehr Erfahrungen gesammelt. Wirklich entscheidend ist für mich, dass der Instinkt weiter ausgebildet ist. Instinkt ist für mich der Schlüssel zum Musizieren. Sie können die Metronomangaben genauestens einhalten, Sie können die dynamischen Angaben genau befolgen, Sie können alle Noten richtig spielen – all das ist sicherlich hilfreich, aber daraus allein wird noch keine Musik. Musik entsteht zwischen den Noten. Sie entsteht erst durch den Instinkt, eine Partitur zu ordnen, was oft genug im Moment und im Detail passiert. Dann geht es darum, richtig zu reagieren, ein Zeichen zu geben, eine Energie freizusetzen, die das Orchester versteht. Dieser Instinkt ist vielleicht im Alter besser ausgeprägt. Er ist nötig, um am Ende eine Atmosphäre aus Musik zu schaffen. Mit anderen Worten: Das Wissen ist wichtig, aber im Ernstfall geht es darum, es zu vergessen und intuitiv zu reagieren? So könnte man es sagen. Vielleicht hat all das etwas mit dem zu tun, was wir „Seele“ nennen. Sie funktioniert wie eine Blume oder ein Baum: Wenn die Pflanzen jung sind, sind sie betörend schön, strotzen vor Kraft, sind grün und wild – aber spannend werden sie besonders im Herbst oder im Alter, wenn sie knorriger werden, wenn sie eine Geschichte zu erzählen haben. Herr Jansons, Sie sind heute 74 Jahre alt. Wie unterscheidet sich der junge Mariss Jansons vom „alten Dirigenten-Baum“? Im Kern wohl wenig: Es sind dieselben Wurzeln, die gleiche DNA, vielleicht ist einiges in unerwartete Richtungen gewachsen. Aber ich empfinde mich noch immer als den gleichen Menschen. Auch wenn ich durchaus einige Dinge nennen könnte, die sich bei mir verändert haben … Spannen Sie uns nicht auf die Folter … Ich war als Jugendlicher sehr schüchtern, still und fand einfach nicht die Worte, um meiner inneren Welt Ausdruck zu verleihen. Ich war voller Komplexe, habe mich für alles geschämt, und es fiel mir sehr schwer, mein Herz zu öffnen. Inzwischen habe ich verstanden, dass der Ausdruck, die Expression, ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation und besonders des Musizierens darstellt. Es geht immer darum, dem Orchester und dem Publikum die nötige Energie bereitzustellen. Dafür ist ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein einfach nötig – und das habe ich mir angelernt. Was genau passiert, wenn Sie der Energie Lauf lassen? Am besten kann ich das mit einem Vergleich zwischen Literatur und Musik erklären. Grundsätzlich funktionieren beide Künste sehr ähnlich: Es gibt Buchstaben, aus denen sich Worte bilden. Worte werden zu einem Satz. Am Ende machen alle Buchstaben den Sinn des Satzes aus, der Satz gibt jedem Buchstaben seine Bedeutung im Ganzen. In der Musik ist das anders: Unsere Buchstaben sind die Noten, sie wachsen zu einem Motiv – und aus den Motiven entsteht ein Satz. Aber anders als der Satz in der Sprache ist der Satz in der Musik nicht unbedingt sofort zu verstehen. Er braucht eine Übersetzung. Und das ist, wofür wir Interpreten die Energie und die Intuition brauchen. Unsere Aufgabe ist es, bei unserer Interpretation des musikalischen Satzes so nahe am Komponisten wie möglich zu sein. Gleichzeitig müssen wir vom Orchester und vom Publikum verstanden werden. Es geht darum, durch Energie eine Brücke vom Komponisten zum Publikum zu schlagen. Übrigens gibt es dieses Phänomen in der Sprache auch: Wenn es darum geht, wie ein Schauspieler einen Satz sagt. In diesem Fall geht es um die Atmosphäre, die er erzeugt. Atmosphäre ist auch in der Musik von enormer Bedeutung. Macht es Ihnen Spaß, über Musik zu reden? Um ehrlich zu sein: Ich genieße solche Gespräche, aber es fällt mir sehr schwer, das, was ich in der Musik erfahre, in Worten auszudrücken. Meine Erfahrung ist, dass weder die eigentliche Arbeit eines Interpreten noch der Sinn eines Musikstückes sich in einer anderen Form als in Musik selbst vermitteln lassen. Ein bisschen kommt mir jedes Gespräch über die Geheimnisse der Musik vor wie ein Gespräch über die Frage, warum wir leben. Das sind Themen, die einfach zu groß für meine Möglichkeiten des Wortes sind. Axel Brüggemann

musik heute

3. August

Mariss Jansons gibt Operndebüt bei Salzburger Festspielen

Salzburg – Das Operndebüt des lettischen Stardirigenten Mariss Jansons bei den Salzburger Festspielen ist am Mittwochabend gefeiert worden. Jansons, der als Spezialist für russische Musik gilt, hatte im Großen Festspielhaus am Pult der Wiener Philharmoniker [...] The post Mariss Jansons gibt Operndebüt bei Salzburger Festspielen appeared first on MUSIK HEUTE .






Crescendo

20. Juni

Der NDR ist wie der HSV - Zum Abgang von Thomas Hengelbrock

Thomas Hengelbrock verlässt den NDR. Das war überfällig. Klug war es dennoch nicht. Von Axel Brüggemann Es ist irritierend, was da gerade in Hamburg abläuft. Die Elbphilharmonie kann sich vor Interessenten kaum retten, kann es sich sogar leisten, ihr Jahresprogramm für eine „Schutzgebühr“ von 3,50 Euro zu verkaufen. Derweil kracht es im Gebälk des Heimat-Orchesters gewaltig: Erst der Abgang der Managerin Andrea Zietschmann zu den Berliner Philharmonikern, und nun die Trennung vom NDR-Chefdirigenten Thomas Hengelbrock. Ein Abgang, bei dem – bis jetzt zumindest – wenigstens die Form gewahrt bleibt: Man hätte viele „erfolgreiche Jahre“ mit Hengelbrock verbracht, sagte der NDR, der Dirigent wolle sich „um Neues“ kümmern und würde sicherlich nach Hamburg zurückkehren. Aber die Presseaussendung des Senders kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass irgendwas gerade verdammt schief läuft beim Radioorchester. Zumal nun schon am 23. Juni ein Nachfolger bekanntgegeben werden soll. Wir haben an dieser Stelle schon vor der Eröffnung der Elbphilharmonie die Frage gestellt, ob es für das NDR-Orchester nicht schwer wird, sich zu behaupten. Ob der Klassenunterschied zu den großen Gastorchestern nicht schnell offenbar wird – und der Mythos, den das Ensemble in der Hamburger Musik-Provinz hatte, bröckeln wird. Immerhin hat die Berliner Philharmonie die Berliner Philharmoniker, der Musikverein in Wien die Wiener Philharmoniker und auch das Concertgebouw in Amsterdam verfügt über ein Weltklasse-Orchester. Die Elbphilharmonie hat voll und ganz auf das NDR-Orchester gesetzt. Die Crux ist, dass Intendant Lieben-Seutter bei Gastspielen großer, internationaler Orchester in der Regel draufzahlen muss, da die Gagen, Reisekosten und Organisation niemals durch Ticketpreise gedeckt werden kann. Ertrag bringend sind lediglich die Konzerte des Heimatorchesters. Und das zahlt schon jetzt gewaltig drauf: die Miete ist in der Elbphilharmonie um fast das Dreifache gestiegen. Bezahlt durch GEZ-Gebühren. Der Abgang hinterlässt einen Beigeschmack Lange wurden Kritiker, die diese Zusammenhänge aufgezählt haben, als „Nestbeschmutzer“ beschimpft. Hamburg wollte sich seine gute Elphi-Laune nicht verderben lassen. Der Masterplan war klar: Das NDR-Orchester bekommt einen neuen Namen, sollte Hausherr werden – und Thomas Hengelbrock der heimliche Hausherr der neuen Luxus-Immobilie. Der NDR hat in seinen Programmen genau in diese Richtung berichtet, niemals selbstkritisch, stets mit dem Auftrag, das eigene GEZ-Ensemble im guten Licht dastehen zu lassen. Aber schon mit der überdimensionierten und nicht immer souveränen Eröffnungs-Veranstaltung der Elbphilharmonie haben Hengelbrock und sein Orchester vor der versammelten Welt-Klassikszene am eigenen Image gekratzt: das Programm zu steif, die Interpretation zu wackelig, der Auftakt zu gewollt. Man konnte hören, dass das Orchester in den letzten Jahren vielleicht innovative Programme gestemmt, aber am eigenen Klang kaum gearbeitet hat. Hengelbrock hat dem NDR-Orchester einen intellektuellen Anstrich gegeben, die großen Visionen aber nur selten in Klang umgesetzt. Nun also beenden der Dirigent und das Orchester die gemeinsame Zusammenarbeit. Das ist auch deshalb erstaunlich, weil diese Kooperation noch bis vor wenigen Wochen mit der für das neue Hamburg typischen Superlativ-Propaganda gefeiert wurde. Man hätte gemeinsame Visionen. Man sei auf einem spannenden Weg. Die neuen gemeinsamen Chancen würden eine intensive Arbeitsphase einläuten. Der NDR hat Hengelbrock ins nationale Fernsehen gehievt, um seinen Dirigenten und sein Orchester zu promoten. Glaubt man der Pressemeldung des NDR-Orchesters, war den Verantwortlichen schon als sie diese PR-Kanonaden abfeuerten klar, dass ihr Dirigent gehen wird – denn der habe den Sender schon vor einigen Wochen über seine Entscheidung informiert. Überfällige Trennung Die Trennung von NDR und Hengelbrock war überfällig. Nun kommt sie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Der Chefdirigent hat alle Aufmerksamkeit der Elbphilharmonie-Eröffnung auf sich gezogen – eine Chance, die sein Nachfolger nicht mehr haben wird. Sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin werden bei Null anfangen müssen und die von Hengelbrock, der NDR-Führung und der Hamburger Kulturpolitik verpasste Chance auf große öffentliche Aufmerksamkeit im Zuge der Eröffnung nicht mehr nachholen können. Das ist zumindest ärgerlich. Und macht es nicht leichter, einen geeigneten Hengelbrock-Nachfolger zu finden. Andere Orcherster waren da in den letzten Monaten und Jahren klüger und zeitgemäßer: Das Gewandthaus, dem der Coup gelungen ist, Andris Nelsons zu verpflichten, das SWR-Orchester, das mit Theodor Currrentzis neue Wege geht, das BR-Orchester mit seiner Dirigenten-Legende Maris Jansons – es wird schwer, für den Sender aus dem Norden, diesen Namen einen eigenen neudenkenden Chef entgegenzusetzen, der die Größe und das Format hat, in täglicher Kleinarbeit die Qualität des Orchesters zu verbessern und gleichzeitig genügend Strahlkraft, damit das NDR-Orchester in Zukunft auf Augenhöhe mit der Architektur seines neuen Wohnzimmers musizieren kann. In drei Tagen werden wir mehr wissen. Aber ein bisschen gleicht der NDR dem HSV: Personalwechsel machen noch keine Neuerfindung der Strukturen.

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